Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft

Eine zukunftssichere Stadt braucht eine solide und nachhaltige Wirtschaft sowie innovative wissenschaftliche Institutionen. Die Krise in diesem Jahr hat gezeigt, dass die Stadt verantwortungsvoller denn je Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen Unterstützung bieten muss.

Karlsruhe als Technologiehochburg und Wissenschaftsstandort

Als einer der führenden Standorte der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie als Industrie-, Wissenschafts- und Handelsstandort kann sich Karlsruhe zum Motor der Digitalisierung Europas entwickeln. Insbesondere im Bereich der Verwaltung wird die digitale Unterstützung der Prozesse für eine schnellere Umsetzung und größere Transparenz sorgen. Damit Karlsruhe ein attraktiver Wirtschaftsstandort und Lebensraum bleibt, muss der Ausbau des Glasfasernetzes vorangetrieben werden. Zudem soll in weiteren Bereichen der Stadt freies WLAN zur Verfügung stehen.

Ich möchte Karlsruhe als Wissenschaftsstandort stärken. Dafür soll eine enge Vernetzung zwischen der Stadtgesellschaft und den wissenschaftlichen Einrichtungen in Karlsruhe stattfinden. Karlsruhe wird als Wissenschaftsstandort auch dadurch attraktiv, dass sie sich als lebenswerte Stadt präsentiert und über bezahlbaren Wohnraum für Studierende verfügt.

Durch eine weitere und konsequente Fortsetzung der Förderung der Gründer*innenszene in Karlsruhe werden junge Absolvent*innen die Möglichkeit haben, ihre im Studium gewonnen Ideen in die Praxis umzusetzen und das unternehmerische Risiko dabei gering zu halten. Deshalb wird der weitere Aufbau von Gründerzentren unterstützt. Ich möchte dabei insbesondere Existenzgründungen in der IT- und in der Kreativbranche fördern, ebenso Reparatur- und Wiederverwendungsgeschäftsmodelle.

Gewerbeflächen sollen mit Verantwortung, das heißt unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitskriterien, vergeben werden. Ganz im Sinne dieser Verantwortung möchte ich außerdem auf eine ressourceneffiziente Nutzung von Gewerbeflächen hinwirken.

In Karlsruhe fehlt es an Flächen für das Handwerk. Hier muss die Stadt stärker unterstützen. Ähnlich wie es auf dem Alten Schlachthof gelungen ist, den Gründer*innen der Kultur- und Kreativwirtschaft gute Startchancen für die Existenzgründung zu bieten, setze ich mich für ein weiteres Zentrum dieser Art für Gründer*innen aus dem Handwerk und dem Kunsthandwerk ein. Dieses ist in enger Kooperation mit der Handwerkskammer zu entwickeln.

Die Corona-Krise hat vieles aus den Fugen geraten lassen. Sie hat uns gezeigt, dass wir uns nicht auf uneingeschränkten Warenverkehr und unbegrenzte Mobilität verlassen können. Ich möchte mich nicht nur deshalb dafür einsetzen, dass die Nahversorgung mit Waren und Dienstleistungen in allen Stadtteilen gewährleistet ist. Zu einer lebendigen Stadt gehört eine Innenstadt mit einem vielfältigen Angebot. Daher werde ich den lokalen Einzelhandel stärken. Dafür möchte ich unter anderem das Projekt „Zukunft Innenstadt“ weiter vorantreiben.

Die Weiterentwicklung unserer Wirtschaft und die Klimakrise müssen zusammen gedacht werden. Ich möchte in diesem Sinne den Umbau zu einer nachhaltigen und grünen Wirtschaft vorantreiben. Hierfür stellen Gemeinwohlbilanzen ein geeignetes Werkzeug dar, weil sie nicht nur die Wirtschaftlichkeit bewerten, sondern auch soziale und ökologische Kriterien beachten. Ab 2025 sollen für alle städtischen Gesellschaften Gemeinwohlbilanzen ausgewiesen werden.