Die Stadt von morgen planen und bauen

Damit Karlsruhe ein lebenswerter Ort bleibt, müssen wir die Auswirkungen des Klimawandels besser berücksichtigen. Ich will die „Stadt der kurzen Wege“ vorantreiben und einen Schwerpunkt auf Wohnungsbau mit klimaangepassten Bauweisen setzen.

Unserer kommunalen Verantwortung für eine lebenswerte Welt – auch übermorgen- möchte ich mit Ihnen zusammen gerecht werden. Das bedeutet, unsere Freibereiche nicht zu sehr zu belasten. Ich möchte über den Flächennutzungsplan 2030 hinaus keine weiteren Baugebiete ausweisen. Über den Städtetag trete ich dafür ein, die kommunalen Möglichkeiten für mehr Klimaschutz auszuweiten.

Wo wir Bauflächen entwickeln, müssen wir genug geförderten Mietwohnungsbau realisieren, die Freibereiche hochwertig begrünen und innovative Konzepte für Erschließung und Energieversorgung umsetzen. Arbeiten, Wohnen und Freizeit werden öfter im gleichen Quartier stattfinden.  Die Stadt Karlsruhe engagiert sich für interkommunale Gewerbegebiete, um die Herausforderungen der Zukunft in diesem Bereich in gemeinsamer regionaler Verantwortung erfolgreich lösen zu können.

Durch das Erstellen von Energiekonzepten werden zukünftig Aspekte der Energiebilanz der Baustoffe und Gebäude und die Art der Energieversorgung im Rahmen von Bebauungsplänen einbezogen. Solaranlagen sollen auf allen Neubauten und bei allen Generalsanierungen zum Standard werden. Die Anzahl der zu erstellenden Kfz-Stellplätze für Wohnungen wird so weit wie möglich reduziert.

Die Auflösung des Sanierungsstaus bei öffentlichen Gebäuden – insbesondere bei Schulen –muss vorangetrieben werden. Dabei gilt: Öffentliche Neubauten sind in der Regel klimaneutral und barrierefrei auszuführen und zu betreiben. Ebenso wollen wir im privaten Bereich die energetische Sanierung vorantreiben. Es wird eine Sanierungsoffensive angestoßen. Dazu will ich die Beratungsangebote ausbauen und durch Förderprogramme unterstützen.

Karlsruhe hat eine Baugeschichte, deren Erbe zu wahren ist. Städtebaulich prägende Gebäude und Siedlungsbereiche sollen geschützt werden, aber nicht erstarren. Wo geboten, sollen Vorkaufsrechte oder der Erlass von Erhaltungssatzungen durch die Stadt erfolgen.

Wohnangebote schaffen – bezahlbar und attraktiv

Es wird weiter Zuzug nach Karlsruhe und steigenden Wohnraumbedarf geben. Ich will nicht nur zusätzlichen Wohnraum schaffen, sondern auch die Lebensqualität erhalten. Im geförderten Mietwohnungsbau möchte ich attraktive Wohnungen mit hochwertigen Außenanlagen im Quartier verbinden.

Das Karlsruher Wohnbauförderprogramm ist erfolgreich. Es muss fortgeführt und ausgebaut werden. Wo im Bestand private Wohnungen leer stehen, sehe ich Potenziale. Hier sind unsere bisherigen Anstrengungen, Strategien und Konzepte nochmals zu intensivieren, diese Wohnungen zu finden und dem Mietwohnungsmarkt zugänglich zu machen. In Zusammenarbeit mit der Volkswohnung wird ein Kauf dieser Immobilien nach wirtschaftlicher Betrachtung geprüft. Wo kein Kauf sinnvoll ist, sollen über die Förderung von Umbaumaßnahmen Wohnungen wieder dem Mietwohnungsmarkt zugeführt werden.

Ich unterstütze die Sanierung des Wohnungsbestandes. So können Kosten gesenkt und gleichzeitig der Klimaschutz vorangetrieben werden. Wichtig ist, keine Verdrängung durch „Luxussanierung“ zuzulassen. Ich werde Verdrängungseffekten entgegentreten. Wo geboten, rechtlich zulässig und zweckmäßig sollen die Bewohner*innen z.B. über den Erlass von Milieuschutz- bzw. Zweckentfremdungssatzungen vor Verdrängung geschützt werden. Wir brauchen eine kommunale Wohnraumpolitik, die verschiedene Wohnformen und gutes Wohnen auch bei niedrigen Einkommen ermöglicht. Hierzu soll die Stadt stärker als bisher Flächen erwerben und dauerhaft halten. Wo städtische Grundstücke vergeben werden, soll das Nutzungskonzept maßgeblich sein. Dabei sind die Bedarfe von privaten Baugruppen sowie ökologische und soziale Kriterien deutlich zu berücksichtigen. Die Volkswohnung übernimmt große Verantwortung. Der Gewinn der Volkswohnung wird vollständig in Sanierung, Neubau und Mietpreisstabilisierung reinvestiert. Eine Gewinnabführung an die Stadt findet auch zukünftig nicht statt. Das Geld benötigen wir, um Vorbildcharakter im Wohnungsbau zu leben. Bei Wohnbauvorhaben der Volkswohnung sollen dauerhaft 70 % aller Wohnungen sozial gefördert und über den gesetzlichen Rahmen hinaus 40 % aller Wohnungen barrierearm und altersgerecht erstellt werden.