Mobilität

Der Verkehrssektor hat einen großen Anteil an den gesamten Treibhausgasemissionen, dennoch ist in diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten keine Reduktion der Emissionen gelungen. Es ist entscheidend, dass wir eine Verkehrswende in Karlsruhe voranbringen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass im öffentlichen Raum wieder die Menschen und nicht die Parkplätze im Mittelpunkt stehen.

Rad- und Fußverkehr

Die Erneuerung des 20-Punkte-Programms für den Radverkehr, ergänzt um die Punkte für den Fußverkehr, bieten neue Chancen für Karlsruhe. Dabei werden die Fahrradstraßen weiterentwickelt und neue Wege beispielsweise über eine Ringroute geschaffen.

Verstärkt widmen muss man sich den Fragen, die durch mehr Lastenräder entstehen – zum Beispiel neue Abstellplätze, die Anpassung der Verkehrswege und gezielte Förderung. Für Pendler*innen bieten Radschnellwege weitere Chancen.

Öffentlicher Verkehr

Bis 2030 sollen die Fahrgastzahlen in Bus und Bahn mindestens verdoppelt werden. Mit der Fertigstellung der Kombilösung stehen weitere Möglichkeiten zur Verfügung, um den Neubau von Straßenbahnstrecken voranzubringen. Die Netzkonzeption des KVV für 2030 mit der Anbindung von Neureut Kirchfeld und neuen Straßenbahntrassen in der Pulverhausstraße und der Stuttgarter Straße bietet mehr Menschen die Möglichkeit, direkt in die Innenstadt und an den Hauptbahnhof zu gelangen. Dazu muss auch das Karlsruher Modell weiterentwickelt und durch neue Strecken und Linien aus der Region ausgebaut werden.

Die Vollendung des barrierefreien Zugangs an den Haltestellen – insbesondere am Hauptbahnhof – steht dringend an. Mit der Barrierefreiheit soll an wichtigen Haltestellen deren Funktion als Mobilitätsknoten besser etabliert werden.

Neben einem besseren Angebot ist für die Menschen in Karlsruhe entscheidend, dass die Qualität und die Pünktlichkeit verbessert werden. Ebenso sind einfache und gerechte Tarifstrukturen für einen Umstieg auf Bus und Bahn notwendig. Das geht nur Hand in Hand mit guten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter*innen bei den Verkehrsbetrieben.

Wenn neue Gesetzgebungen auf Bundes- und Landesebene eine City-Maut oder eine Nahverkehrsabgabe für die Finanzierung des ÖPNV ermöglichen, werde ich diese Instrumente aufgreifen.

Stadtraum statt Parkraum

Der Umbau der Innenstadt hat das Ziel, alle öffentlichen Flächen für den Aufenthalt im Freien für alle Generationen und vielfältige Aktivitäten so attraktiv wie möglich zu machen. Dies schließt einen weitgehenden Rückbau der Straßen von der Nutzung für den motorisierten Individualverkehr mit ein und ist unter Beteiligung der Bürger*innen zu entwickeln. Unter dem Label „Autofreie Innenstadt“ soll das zu einem besonderen Merkmal der Lebensqualität Karlsruhes werden.

In allen Stadtteilen soll durch eine neue Verteilung des Straßenraums wieder mehr Raum für Aufenthalt zur Verfügung stehen – zum Spielen und Bewegen im Freien, aber auch für Gastronomie und Einzelhandel. Eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung soll zusätzlich die Nutzung des öffentlichen Raums steuern, dabei ist das Bewohner*innenparken auszuweiten.

Neue Mobilitätsangebote

Carsharing ist in Karlsruhe bereits gut verankert. Dies möchte ich durch die Ausweisung von weiteren Carsharing-Parkplätzen unterstützen. Ebenso sind Leihfahrräder eine notwendige Ergänzung in Karlsruhe. Durch das Testfeld Autonomes Fahren bieten sich für den ÖPNV neue Möglichkeiten für bisher schwer erreichbare Bereiche wie in Weiherfeld-Dammerstock oder im Technologiepark. Verbunden mit neuen Mobilitätsangeboten wird die Infrastruktur für die E-Mobilität ausgebaut; es werden also mehr Ladestationen bereitgestellt.