Soziale Gerechtigkeit

Es ist eine zentrale Aufgabe der Stadt, dafür zu sorgen, dass niemand ausgegrenzt wird und alle Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Einkommen, sozialer Stellung, Bildungsstand und Geschlecht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Soziale Gerechtigkeit muss die Richtschnur für alle kommunalen Entscheidungen sein.

Kindergerechtigkeit

Kinder brauchen mehr Freiräume. Unsere Stadt muss von einer autogerechten zu einer kindergerechten Stadt werden. Für die gesunde Entwicklung der Kinder ist es wichtig, dass sie barrierefrei im Umfeld ihres Wohnquartiers gute Möglichkeiten für Sport und Bewegung, Spielen und Toben haben.

Ich werde den Stadtjugendausschuss dabei unterstützen, mehr quartiersbezogene Freizeitangebote einzurichten sowie erweiterte Beteiligungsmöglichkeiten für alle Kinder und Jugendliche zu schaffen.

Bildungsgerechtigkeit

Ich setze mich für gleiche Bildungschancen aller Kinder und Jugendlichen unabhängig von der sozialen Herkunft oder vom Einkommen der Eltern ein. 

In den nächsten Jahren werden zusätzliche Plätze in erheblichem Umfang in den Kindertagesstätten eingerichtet. Beim Stufenplan zur Beitragsfreiheit wird die große Herausforderung der Qualitätsverbesserung beachtet. Dazu gehören inklusive Kitas, durchgängige Sprachförderung sowie der Ausbau von Ganztagsplätzen. Sie können wirkungsvoll dazu beitragen, dass Benachteiligungen abgebaut und Startchancen verbessert werden. Das gilt vor allem für Kinder aus Migrationsfamilien, deren frühe Einbeziehung ich fördern möchte.

Durch die Einrichtung einer Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule werde ich diese integrative und inklusive Schulart stärken. Inklusion und Barrierefreiheit werden schrittweise an allen Schulen und Schularten ermöglicht.

Neben einer bedarfsgerechten Aufstockung der Stellen für Schulsozialarbeiter*innen müssen insbesondere die beruflichen Schulen verstärkt ausgestattet werden, um durch sozialpädagogische Begleitung Schul- und Ausbildungsabbrüche zu verhindern.

Ich werde mich für einen gelingenden Übergang von der Schule ins Berufsleben von Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf einsetzen. Zusätzliche Maßnahmen wie Berufseinstiegsqualifizierung oder Jugendberufshilfe erleichtern den Erfolg vor allem für lernschwache sowie geflüchtete Jugendliche und sollen bedarfsgerecht ausgebaut werden. Als Herzstück des lebenslangen Lernens wird die Volkshochschule gestärkt und zu einem Bildungscampus weiterentwickelt.

Ich unterstütze den Ausbau und die Qualitätsverbesserung der Ganztagsgrundschulen. Die freie Wahl zwischen Ganztags- und Halbtagsgrundschule bleibt bestehen. Das Angebot von verbindlichen Ganztagsgrundschulen mit vorbildlicher Rhythmisierung des Schultags werde ich ausweiten. Allen Kindern soll in akzeptabler Nähe zum Wohnort der Schulbesuch in einer verbindlichen Ganztagsgrundschule ermöglicht werden.

Ich will die Karlsruher Schulen fit machen für die Zukunft, indem ich mich für eine Beschleunigung der Digitalisierungsoffensive sowie pädagogische Begleitangebote zum digitalen Lernen für Lehrkräfte und Schüler*innen stark mache. Alle Kinder und Jugendlichen müssen Zugang zum digitalen Lernen zuhause bekommen.

Bei der Sanierung, dem Aus- und Neubau von Bildungseinrichtungen setze ich mich dafür ein, dass neben hohen energetischen Standards aktuelle pädagogische Anforderungen für die Räume selbst und die Außenbereichsgestaltung berücksichtigt werden.

Armutsbekämpfung

Armut darf in unserer Gesellschaft nicht toleriert werden. Ich werde alle kommunalen Handlungsspielräume nutzen, um Armut zu verhindern oder abzumildern. Über eine qualitative Befragung der Familien wird der konkrete Unterstützungsbedarf der Familien, vor allem der Alleinerziehenden, ermittelt und umgesetzt. Den Kinderpass möchte ich weiter ausbauen, denn es hat sich gezeigt, dass damit die Teilhabegerechtigkeit für Kinder aus armen Familien gestärkt wird. Außerdem möchte ich den Karlsruher Pass regelmäßig mit Blick auf seine Weiterentwicklung überprüfen lassen.

Auch in unserer Stadt gibt es Armutsprostitution. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Stadt gezielte Ausstiegshilfen gemeinsam mit den Beratungsstellen erarbeitet und finanzielle Mittel dafür bereitstellt. In der Armutsbekämpfung sollten zudem neue Wege erprobt werden. Die Durchführung eines wissenschaftlich begleiteten Modellversuchs „Bedingungsloses Grundeinkommen“ in Karlsruhe könnte ein solcher Weg sein. Die Verwaltung prüft unter Einbeziehung etwaiger betroffener Stellen (zum Beispiel Jobcenter) die Voraussetzungen für einen mindestens dreijährigen Modellversuch.