Umwelt- und Klimaschutz

Die Klimakrise ist eine globale Herausforderung, die nur bewältigt werden kann, wenn alle ihren Beitrag leisten. Daher werde ich mich dafür einsetzen, dass wir in Karlsruhe unseren Anteil zur Einhaltung der Pariser Klimaziele beisteuern und unserer Verantwortung gerecht werden.

Trotz der aktuellen finanziellen Herausforderungen der Corona-Krise können beim Klimaschutz keine Abstriche gemacht werden. Wir müssen die Herausforderungen beider Krisen meistern. Den Klimaschutz aufzuschieben, wird uns auf lange Sicht mehr kosten, als wir uns als Gesellschaft leisten können.

Auch das dramatische globale Artensterben stellt uns vor kommunale Herausforderungen. Es ist für mich ein wichtiges Anliegen, dass wir in Karlsruhe alle Möglichkeiten zum Erhalt und zur Verbesserung der Biodiversität nutzen.

Klimaschutzkonzept 2030

Das Klimaschutzkonzept 2030 gibt der Stadt ein eigenes CO2-Budget und weist den Weg für ein klimaneutrales Karlsruhe. Als wichtiger Zwischenschritt müssen bis 2030 die Pro-Kopf-Emissionen auf 3 Tonnen CO2 gesenkt werden. Die Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts werden regelmäßig überprüft und durch neue Maßnahmen ergänzt, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Dafür werden die erforderlichen Personal- und Finanzressourcen dauerhaft bereitgestellt. Es ist mein Anspruch, dass Karlsruhe Vorreiterin im Klimaschutz wird und wir unsere eigenen Ziele früher erreichen. Deshalb möchte ich für die Stadt und ihre Gesellschaften Strategien anstoßen, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen deutlich zu reduzieren.

Energie und Wärme

Der Anteil des Ökostroms bei den Stadtwerken soll auf 100 % ausgeweitet werden, um eine klimaneutrale Stromversorgung in Karlsruhe zu ermöglichen. Dafür sollen im Zuge des Klimaschutzkonzepts sämtliche Potenziale für Photovoltaikanlagen auf öffentlichen und privaten Dächern genutzt werden.

Erheblichen Anteil für die Reduktion des CO2‐Ausstoßes in Karlsruhe hat dabei der Ausbau des Karlsruher Fernwärmenetzes. Dieser Weg muss weitergehen, indem die Stadtwerke neue Kund*innen für die Fernwärme gewinnen, neue Abwärmepotenziale erschließen, Geothermieanlagen integrieren und auch bestehende Nahwärmenetze ausbauen. Solarthermie soll in Karlsruhe verstärkt genutzt werden.

Klimaanpassung

Leitlinie der Entwicklung öffentlicher Flächen ist die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Dies gilt ebenso im Hinblick auf die gesundheitlichen Gefahren durch die häufigeren und intensiveren Hitzeperioden. Naherholungsflächen und kühle Räume in der Stadt müssen geschützt und gefördert werden. In der ganzen Stadt wird die Pflanzung zusätzlicher Bäume aktiv vorangetrieben und die Waldflächen erweitert, um Kühlung zu bieten sowie zusätzlich CO2 zu binden. Zusätzlich werden die größten Hitzeinseln in Wohngebieten durch Beschattung und Wasserelemente abgekühlt und Sitzgelegenheiten geschaffen. So wird ein erholsamer Aufenthalt im Freien auch im Hochsommer ermöglicht.

Biodiversität und städtische Grünentwicklung

In einer Grünflächensatzung sollen alle notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der städtischen und privaten Grünflächen festgeschrieben werden. Dazu gehört, dass keine Schottergärten mehr angelegt und bestehende renaturiert werden. Ich setze mich dafür ein, dass mehr schattige Plätze in allen Quartieren gefördert und versiegelte Flächen, wo immer möglich, zu Grünflächen umgewandelt werden. Das Biodiversitätskonzept wird konsequent umgesetzt, um die Artenvielfalt von Flora und Fauna im gesamten Stadtgebiet weiter zu verbessern. Dazu möchte ich Biotope und Grünstreifen zu einem durchgängigen Biotopverbundsystem vernetzen. Ich werde außerdem die Entwicklung der standorttypischen Artenvielfalt unterschiedlicher Landschaftstypen von den Höhenstandorten bis zum Rhein fördern.

Als Mitglied im Biostädtenetzwerk fördert Karlsruhe die Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft. In neuen städtischen Pachtverträgen wird das Verbot bienentötender Pestizide und von Glyphosat festgeschrieben. Zur Förderung der ökologischen Landwirtschaft gehört auch eine stufenweise Ausweitung des Angebots an Biolebensmitteln in öffentlichen Kantinen, Schulmensen und Kitas auf 100 %.